Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Dr. Aribert Peters, kritisiert: „Die schöne Welt des Energiewettbewerbs erweist sich als Fassade, die gravierendes Versagen der marktwirtschaftlichen Mechanismen verdeckt. Kräftiger als je zuvor werden die Verbraucher unter dem Deckmantel des Wettbewerbs ausgeplündert. In vergleichbaren Ländern Mitteleuropas zahlen die Verbraucher deutlich weniger für Gas und Strom. Beispielsweise wird der Verbraucher in Großbritannien für 16.000 kWh Gas mit 600 € zur Kasse gebeten, in der Schweiz mit etwa 800 € und in Deutschland mit gut 1.000 €.“
Dass auf der anderen Seite die Gewinne der Energieversorger deutlich höher seien als in der übrigen Wirtschaft üblich, ergänzt Peters. „Bei E.on und RWE liegen mittlere Umsatzrenditen bei 10%, bei anderen Unternehmen lediglich bei 2%. Dies ist fünfmal soviel, bei deutlich geringerem Risiko.“ Dass in entscheidenden Punkten die Gas- und Strompreise dem Wettbewerb auch heute noch entzogen seien, beklagt Peters. „Zum Beispiel muss durch überhöhte Netzentgelte und missbräuchlich überhöhte Stromgroßhandelspreise an der Strombörse der Tribut an die Monopolisten entrichtet werden, egal von welchem Anbieter man Gas oder Strom bezieht. Durch die marktbeherrschende Stellung weniger großer Gasimporteure, die gleichzeitig über die Verteilnetze und die Gasspeicher verfügen, wird der Gasmarkt behindert.“
Dass die Politik endlich über ein paar Sätze in der Tagesschau hinauskommen müsse, fordert Peters deshalb. Peters: „Die Leitungsnetze von Gas und Strom müssen stärker öffentlich kontrolliert, zudem die Energiegiganten stärker entflochten werden.“
Dass die Gasversorgung mögliche Preissenkungen nur zögerlich und auch nicht in voller Höhe an die Verbraucher weitergeben, zu diesem Resultat kommen die beiden Energieexperten Uwe Leprich (Saarbrücken) und Gunnar Harms (Köln) in einer Studie, die sie im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen durchgeführt haben.
Deutlich gefallen sei der Ölpreis, an den der Gaspreis gekoppelt ist, seit dem Höchststand von 150 $ und hat sich mittlerweile bei 40 bis 50 $ pro Barrel eingependelt. Auch die Gaspreise müssten jetzt dementsprechend in den Keller gehen. Die Studie besagt jedoch, dass die Gasversorger nur etwa die Hälfte der gesunkenen Einkaufspreise an ihre Kunden weitergeben. Für das erste und zweite Quartal müssten die Gaspreise eigentlich um rund 25% gesenkt werden, in der Realität habe die Preisreduzierung jedoch nur 12 bis 14% betragen.










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