Die europäische Union hat gut 130 Jahre nach der Geburtshilfe durch den amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison der herkömmlichen Glühbirne jetzt den Todesstoß verpasst. Seit September 2009 soll das antiquarische Leuchtmittel schrittweise bis August 2012 vom Markt verschwinden. Da die Glühbirne im Verhältnis zum Verbrauch nur etwa 5% der Energie in Licht umwandelt, gilt sie als Stromfresser. Der Energierest verpufft als Wärme.
Ein wichtiges Signal zum Stromsparen sieht in dem Beschluss die deutsche Energieagentur (dena). Dass die Haushalte so schnell wie möglich auf die so genannten Energiesparlampen umsteigen sollten, empfiehlt die Agentur. Schließlich senkten die Energiesparlampen den Stromverbrauch um bis zu 80%. dena-Geschäftsführer Stephan Kohler rät, dass man schnell umstellen sollte, wenn man Geld und Energie sparen wolle.
Eine wichtige Entscheidung für den Klimaschutz sieht in dem Verbot der Glühbirne auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). BUND-Vorsitzender Hubert Weiger erklärt: „Endlich greift der Gesetzgeber zum Mittel dieses Produktverbotes, damit besonders umweltschädliche Artikel vom Markt verschwinden. Allerdings halte ich auch Verbote für andere Energiefresser wie Stand-by-Schaltungen, Nachspeicherheizungen und Heiz-Pilze für sehr sinnvoll.“
Im Hinblick auf das Aus der Glühbirne hat sich auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) zu Wort gemeldet und glaubt, dass man pro Jahr in Deutschland durch den EU-Beschluss bis zu 4,5 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 einsparen könnte. Außerdem könnten Privathaushalte mit rund 1,3 Milliarden € entlastet werden. Während der Absatz der Energiesparlampen bei 15% Marktanteil stagniere, würden allein in Deutschland jährlich noch über 200 Millionen Glühbirnen über die Ladentheke gehen.
Im Hinblick auf die Energiespar-Glühbirnen gibt es aber auch kritische Stimmen. Dass diese Lampen durch längst nicht so wenig Energie verbrauchen würden, wie von den Herstellern behauptet werde, teilte jetzt die Zeitschrift „Öko-Test“ mit. Der „Öko-Test“ erklärt wörtlich: „Sie sind deutlich weniger hell als die Glühlampen, …im Laufe der Zeit werden sie immer dunkler und etliche Sparlampen fallen frühzeitig aus.“
Weiterhin werden eine schlechte, tageslichtferne Lichtqualität und gesundheitsschädliche Risiken durch Elektrosmog moniert. Ein Sprecher von „Öko-Test“ erklärt: „Durch hochgiftiges Quecksilber wird die Umwelt belastet, da nur 10% der Haushalte die Lampen ordnungsgemäß als Sondermüll entsorgen.“
Eine britische Studie, nach der die Bewohner Räume mit Sparbirnen um bis 2 bis 3°C Wärme stärker beheizen als beim Einsatz von herkömmlichen Glühlampen, zitiert die Zeitschrift außerdem. So wirke sich auf die gefühlte Temperatur das kalte Licht der Energiesparlampen direkt aus.
Kommentar schreiben