Über die Thematik Mietpreise in Stuttgart wird oft und gerne gestritten. Wenn man einen Blick in die großen Immobilienportale wirft, scheint man damit recht zu haben. Privat angebotene Wohnungen liegen allerdings meist deutlich unter den Mietpreisen, die man bei den Immobilienportalen für vergleichbare Wohnungen findet. Dort regieren in der Regel die Makler den Markt. Somit kann mit Fug und Recht behaupt werden, dass die privat angebotenen Wohnungen auch eher den Mietspiegel abbilden.
Eine Problematik stellt allerdings dar, dass es viel weniger Angebote in den Tageszeitungen gibt, als Anzeigen bei den Immobilienportalen. Schließlich werden dort tagtäglich neue Angebote eingestellt. Die Stuttgarter Zeitung beispielsweise verfügt nur an zwei Tagen in der Woche über Wohnungs- beziehungsweise Immobilienofferten. Samstags und mittwochs ist dies der Fall, wobei die Mittwochausgabe nicht gerade sehr üppig ausfällt. Inserieren kann man zudem noch in diversen Anzeigenblättern. Vergleicht man also die Wohnungsanzeigen der Printmedien mit denen in Internetportalen, so stellt man fest, dass diese fast doppelt soviel Angebote in petto haben.
Beispielsweise ist eine Wohnung bei Immobilienscout gelistet, die über zwei Zimmer und 64 m² verfügt. Die Kaltmiete soll hier 560 €, der warme Mietzins 795 € betragen. Außerdem bekommt man noch den Hinweis, dass die Behausung vor allem für Wochenendpendler geeignet sei. Der Quadratmeterpreis beläuft sich summa summarum also auf 8,75 € – und dabei macht es keinen Unterschied, ob man die Wohnung am Wochenende bewohnt oder nicht.
Tatsächlich liegt der Mietzins aber im Rahmen des Mietspiegels. Dieser bewegt sich bei 7 bis 10,90 €, je nachdem, ob man das Jahr der Modernisierung (1995) oder das tatsächliche Baujahr (1950er Jahre) als Basis nimmt. Hinzu kommt die Lage, die ebenso wie die Ausstattung als sehr gut zu bewerten ist. Dennoch darf man Zwei-Zimmerwohnungen mit warmem Mietzins von fast 800 € als nicht gerade billig einstufen!
Bei Wohnungen, die kleiner sind als 30 m², findet man eine völlig unterschiedliche Situation. Denn denjenigen, der eine kleine Wohnung in Stuttgart haben möchte, trifft es oft doppelt hart. Im Stuttgarter Mietspiegel findet man dazu ff. Erklärung: „In der Regel liegen die Mieten für abgeschlossene Kleinwohnungen unter 30 m² Wohnfläche über dem Tabellenwert. Dieser ist für die Wohnflächen zwischen 30 bis unter 40 m² ausgewiesen.
Bei 29 m² beträgt der Zuschlag 1,3%, während der sich bei noch geringerer Wohnfläche pro Quadratmeter um jeweils 1,3% erhöht!“ Somit führt dies dann zu horrenden Quadratmeterpreisen von 18 € (oder noch weitaus höher), wie das Beispiel einer Einzimmerwohnung bei Immobilienscout beweist, die über eine Wohnfläche von circa 15 m² verfügt und für eine Kaltmiete von 280 € zuzüglich Nebenkosten (insgesamt 335 €) angeboten wurde.
Oft kollidieren in Stuttgart Wirklichkeit und Wunsch. Beispielsweise gilt dies für den Traum vieler von einer Vierzimmerwohnung, die für eine Kaltmiete von bis höchstens 900 € zu haben ist. Dieses Limit halten jedoch die wenigsten Maklerangebote ein. Bei einer Kaltmiete von 700 € jedoch liegen im Mittel die privat angebotenen Objekte.
Nur bei Wohnungsbaugenossenschaften, wo die Chancen, etwas zu bekommen, sehr schlecht stehen oder in absoluten Randbezirken, findet man Wohnungen in Stuttgart, die sich unter diesem Preislimit bewegen. Die Frage, ob 900 € für eine Vierzimmerwohnung für Stuttgart eigentlich günstig oder teuer ist, bleibt leider offen!
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