In Mannheim gibt es zu wenige Wohnungen für Studenten, was der Rekordmarke an Studenten für das Wintersemester im Jahr 2012 geschuldet ist. In Mannheim stehen ca. 1.200 freie Wohnplätze des Studentenwerks zur Verfügung, jedoch ist die Zahl der Bewerber viermal so hoch. Deshalb wird es in der Kurpfalz zu Engpässen bei der Wohnraumversorgung kommen.
Immatrikuliert haben sich nämlich an der Hochschule Mannheim, der Popakademie Mannheim, der Mannheimer Musikhochschule, der dualen Hochschule Mannheim und der Universität Mannheim knapp 23.000 junge Männer und Frauen. Erstmals wird damit die bisherige Rekordmarke von gut 22.000 Studenten aus dem Wintersemester 2003/2004 überschritten. Dies besagen die Zahlen, die nun offiziell vom Studentenwerk mitgeteilt worden sind. Wenn man die Anmeldezahlen in Relation zum letzten Wintersemester setzt, gibt es ein Plus von 880 Studenten.
Vom Mannheimer Studentenwerk sind in Studentenwohnheimen momentan rund 3.400 Wohnplätze verfügbar, von denen zu Anfang des Wintersemesters rund 1.100 Plätze frei waren. Bei einer Gesamtsumme von 7.700 Studienstartern gingen beim Studentenwerk rund 4.600 Bewerbungen für eine Wohnung ein. Offenbar fanden die übrigen eine Behausung auf dem privaten Wohnungssektor. Wegen ihrer Zugangsschwierigkeiten sind vor allem Studierende aus dem Ausland auf den Wohnraum des Studentenwerkes angewiesen.
Der Anteil der ausländischen Studierenden beträgt an den Mannheimer Hochschulen ca. 12 %, in den Studentenwohnheimen sind es rund 30 %. Das Studentenwerk tätig schon seit längerer Zeit kräftige Investitionen, um studentischen Wohnraum neu zu schaffen. Seit dem Jahr 2003 konnte deshalb auch das Angebot durch Altbausanierungen und Neubau um über 600 neue Wohnungen nach oben katapultiert werden. Im August 2011 konnten sogar überraschenderweise die Wohnungen der ehemaligen Seniorenresidenz Augarten in den Bestand aufgenommen werden.
Nach der notwendigen Sanierung konnte das Studentenwerk die bislang dort entstandenen 127 Wohnungen sofort vermieten. Für 5,7 Million € wurde in das Bauwerk investiert. Studentenwerk Geschäftsführer Dr. Jens Schröder erläutert, dass das Studentenwerk die Investitionen zu fast 90 % aus aufgenommenen Darlehen und eigenen Mitteln bestreite. „Deshalb ist nach diesem großen Engagement der letzten Jahre die Grenze der wirtschaftlichen Möglichkeiten für uns erreicht“, ergänzt Schröder.
Schröder weiter: „Ich befürchte aber, dass wegen des Doppel-Abiturjahrgangs trotz unserer großflächigen Maßnahmen die Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot auf dem Wohnungsmarkt für Studenten gerade für das Sommersemester noch weiter auseinanderdriften wird. Deshalb benötigen wir noch einige 100 Wohnplätze in Mannheim.“
Des weiteren fordert Schröder ein Sonderprogramm des Landes Baden-Württemberg, wie es derzeit auch für den Ausbau der Hochschulen in die Tat umgesetzt werde. „Dies würde uns sehr weiterhelfen“, so Schröder. Vor allem aufgrund der angesprochenen Probleme, erhofft sich Schröder in Bezug auf die studentische Wohnraumförderung ein größeres Engagement der Landesverräter.
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